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Ilma Rakusa gewinnt Schweizer Buchpreis

Ilma Rakusa hat für ihr Buch "Mehr Meer" den zum zweiten Mal verliehenen Schweizer Buchpreis erhalten. Rakusa ist eine Reisende zwischen den Kulturen. Die Jury lobte ihre "Erfüllung der Welt mit Poesie".

Dass Ilma Rakusa, deren Werke bisher über die Fachwelt hinaus nur wenig bekannt waren, mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, kommt überraschend. Als Favorit hatte Urs Widmers Roman "Herr Adamson" gegolten."Erinnerungspassagen" lautet der Untertitel von "Mehr Meer". In kurzen Kapiteln wird in diesem Buch vom Werdegang des kleinen, auf die Welt neugierigen Mädchens zur europäischen Intellektuellen erzählt. 

swissinfo.ch und Agenturen (Beat Mazenauer, sda)

Literaturnobelpreis geht an deutsche Autorin Herta Müller

Stockholm - Der Literaturnobelpreis 2009 geht an die deutsche Autorin Herta Müller. Dies gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt. Der begehrteste Autorenpreis der Welt ist mit 10 Millionen Kronen (knapp 1,5 Millionen Franken) dotiert.

Herta Müller zeichne «mittels der Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit», erklärte die Akademie. Die im deutschsprachigen Rumänien geborene Müller hat schriftstellerisch vor allem ihre Erfahrungen mit dem System der Ceausescu-Diktatur verarbeitet. Die Auszeichnung für die 56-Jährige kam nicht überraschend: Wenige Stunden vor der Bekanngabe um 13 Uhr stieg Müller in den britischen Wettlisten auf den Spitzenplatz - ex aequo mit dem Israeli Amos Oz. 

Herta Müllers neuer Roman «Atemschaukel» über die Deportation deutschstämmiger Rumänen nach dem Zweiten Weltkrieg in die damalige Sowjetunion wurde von der Kritik sehr positiv aufgenommen. Er gehört zu den sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis. Seit einigen Jahren hat Müller eine typische «Karriere» als Nobelpreis-Kandidatin durchlaufen: Erst mal so hingestreut als überraschende und ausserdem noch ziemlich junge Anwärterin, gehörte sie zuletzt zum festen Bestand bei allen Spekulationen.