Ein Buch zu jeder Jahreszeit

Henning Mankell – Der Sandmaler

Dieses Buch ist keine biographische Erzählung, aber Afrika hat Mankell nie mehr losgelassen. Er schrieb diese Geschichte drei Jahre nach seiner ersten Reise, 1974, vor dreiundvierzig Jahren also. Erst dieses Jahr wurde es ins Deutsche übersetzt. Als Stefan und Elisabeth nach Afrika fliegen, sind beide siebzehn. Als Henning Mankell das erste Mal nach Afrika flog, war er dreiundzwanzig.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, ich würde durch ein Fenster schauen in ein Afrika von früher, als man, vor allem auf dem Land, vieles, oder alles, über Afrika nur vom Hören sagen wusste.

Stefan raucht im Flugzeug und Elisabeth spaziert des Nachts im Ort herum. Von Beidem wird einem heutzutage abgeraten. Am Elend der Einheimischen hat sich bis heute leider auch nicht viel geändert. Das wissen wir durch das Fernsehen oder eigene Besuche in Afrika nun genauer. 

Das Buch liest sich leicht, ist aber immer spannend. Man möchte wissen, ob Stefan Erfolg hat bei den Mädchen. Oder, was ist mit den beiden weissgekleideten Touristen aus Göteborg? Auch das Elend und die Not werden im selben leichten Ton beschrieben, einfach als Tatsache, als gegebener Zustand. Einmal rätseln die jungen Leute, wer wohl Schuld hat daran. Schweden? Weil sie Flugzeuge voller Touristen hin schicken?

Mir hat das Buch sehr gefallen. Vor allem wohl, weil ich Afrika auch mag.

Elisabeth sucht auf dieser Reise, auf diesem Kontinent nach dem Sinn ihres Lebens. Aber das Leben in Afrika, der Sandmaler, den sie bei einem Spaziergang trifft,  Ndou, Yene und ihre Familie beeindrucken die junge Frau nachhaltig. Genau das ist wohl auch Henning Mankell passiert.

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