Ein Buch zu jeder Jahreszeit

„Rot vor Augen“ von Lina Meruane

Lina, jung und voller Lebensfreude, ist aus ihrer Heimat Chile in ihr eigenes Leben geflüchtet. Weg von ihren zwei Brüdern und ihren Eltern, die beide als Ärzte arbeiten und sie natürlich sehr behüten, als sich herausstellt, dass sie an Diabetes erkrankt ist.

Über Mexiko, nach Madrid gelangt sie nach New York, wo sie beginnt, als Schriftstellerin zu arbeiten. Nebst ihrem spanischen Freund Ignatio hat sie ihren Augenarzt wohl am meisten gesehen. Bedingt durch ihren Diabetes sollte sie sich an gewisse Maßnahmen halten. So sind ihre Augen durch den Diabetes von Adern durchwachsen, und Lina muss aufpassen, dass sie nicht erblindet.

Aber in einer Nacht in New York passiert es an einer Party, dass sie sich zu schnell nach vorne beugt und eine Explosion von Rot sich in ihrem Auge ergießt.

Ignatio wird für sie ihr offenes Auge werden und führt sie durch die Welt.

Lina muss sich einer Augenoperation unterziehen, doch wird sie eine Sehende wieder werden?

Ich habe mir das Buch ausgesucht, weil Lina Meruane autobiografisch eine Situation beschreibt, die jeden treffen kann: plötzlich blind.

Sie beschreibt mit völlig unerwarteten Worten Situationen, die ich mir so nie vorstellen konnte, so z. Bsp. ist sie das Navigationsgerät für ihren Freund, der das Auto in Chile fährt. Mich hat es neugierig gemacht, wie sie sich in ihrer eigenen und doch neuen Welt zurechtfindet und welche Achterbahnen ihre Gefühle durchlaufen.

Christine LächelndLächelndLächelnd